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In diesem Jahr feiert IBM den zehnten Geburtstag
seiner Thinkpad-Familie
09/27/2002 - Wie die Computer mobil wurden
Am 5.Oktober 1992 wurde das erste IBM-Thinkpad-Notebook angekündigt. Es war die Version ThinkPad 700c.
ThinkPad: Ein Name setzt sich durch
Der Name "ThinkPad" wurde während einer langen Sitzung erfunden.Von Anfang an hatte IBM den Begriff "Think" als Firmenphilosophie eingesetzt. Ein amerikanischer Kollege warf irgendwann seine Unterlagenmappe, die im amerikanischen "Pad" heißt und mit dem Slogan "Think" beschriftet war, auf den Konferenztisch und sagte einfach nur "Think Pad" - und der neue Name war geboren. Er gefiel den Verantwortlichen so gut, dass er nicht nur für die PDAs sondern auch für die mobilen PCs genutzt wurde.
Dabei war zu Beginn der 90er-Jahre der Begriff "mobil" sehr relativ. So wog der IBM Portable satte 13,6 kg und verfügte über einen Intel 8088 mit 4,77 MHz, 256 KB Arbeitsspeicher und ein 9-Zoll-Display mit zwölf Graustufen. Eine Festplatte gab es noch nicht.
1994 kam mit dem Thinkpad 755-CD das erste Notebook mit integriertem CD-ROM auf den Markt. Seiner Zeit voraus war 1995 das Thinkpad 701, auch als Butterfly bekannt. Das Mini-Notebook verfügte über eine ausklappbare Tastatur, um trotz geringer Außenmaße eine vollwertige Tastatur zu bieten.
1996 setzt IBM mit dem Thinkpad 560 einen neuen Standard in Sachen "Ultraportable". Das Gerät ist gerade einmal 3,1cm hoch und wiegt nur 1,86 kg.
Im Jahr 1997 folgt eine weitere Neuerung: Das 770 verfügt erstmals über DVD und Surround-Sound.
1998 gibt das Thinkpad 600 den Startschuß für den Massenmarkt. Das 2,4 kg leicht Gerät mit integriertem optischen Laufwerk wird für Jahre das meistgefragteste Notebook. Ein Grund für diesen Erfolg ist der Durchbruch bei der Laufzeit. Der 600 verfügt über einen leistungsstarken Akku, der gut zweieinhalb Stunden mobiles arbeiten ermöglicht. Die ersten Modelle kamen da wohlwollend gerade einmal auf 20 Minuten.
Ein Jahr später wird die Thinkpad-i-Serie eingeführt. Ein kleines Lämpchen beleuchtet bei schlechten Sichtverhältnissen die Tastatur. Das Jahr 2000 steht im Zeichen einer verbesserten Abdeckung. Dank titanverstärkter Kohlfaser, einer Display-Umrandung und zwei Verschlüssen zeigen sich die Mobilen von ihrer robusten Seite.
Ein Jahr später wird das Thinkpad "funky". In der Display-Umrandung sind 802.11b-Antennen integriert, das Notebook verfügt zudem über Ethernet und Bluetooth. Auch der erste integrierte Security-Chip in der T-Serie erblickt 2001 das Licht der Welt.
In diesem Jahr wird das Angebot durch zwei Extreme abgerundet. Auf der einen Seite steht das Ultra-portable X30, das dank Zusatzakku eine Laufzeit von acht Stunden bietet. Auf der anderen Seite der Skala steht mit dem A31p die erste mobile Workstation von IBM.
Auch wenn sich die Modelle innerhalb dieser Dekade massiv verändert haben, eines ist ihnen bis heute geblieben: der Track Point. Der kleine rote "Radiergummi" zwischen den Tasten sollte von Beginn an als alternative Cursor-Steuerung dienen.
War ein mobiler Rechner in der Anfangszeit eher ein schickes, aber teures Prestigeobjekt, mauserte sich das Notebook zu einem vollwertigen PC-Ersatz und damit zum Massenprodukt. Anfang des Jahres 2000 hat IBM allein zehn Millionen ThinkPads ausgeliefert.
Aber nicht allein in typischen Arbeitsumfeldern wie Vertrieb und Außendienst werden die Notebooks eingesetzt. Seit 1993 nutzen beispielsweise Astronauten der Space-Shuttle-Missionen und die internationale Raumstation ISS ThinkPads als Kontrollsysteme und für Forschungsprojekte. Dr. Ulrich Walter, Programm-Manager Pervasive Computing Solution Center in Böblingen, war selbst 1993 auf der D-2-Mission im All. Er berichtet von seinen Erfahrungen im Weltraum und über die Einsatzgebiete der ThinkPads. Die Mobilen mussten ähnlich wie die Astronauten ein hartes Auswahlverfahren bestehen. Selbst heute werden hauptsächlich 386er-Notebooks mit DOS verwendet, da sie am besten gegen Ausfall, etwa durch Ionenbeschuss, gefeit sind. Nur für einzelne medizinische Versuche sind auch 486er-Modelle im schwerelosen Einsatz.
Quelle: ComputerPartner 38/02
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